Solidarität mit der Ziegelstr. 8

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An der Ziegelstrasse 8 haben Menschen angefangen sich zu wehren. Wie an vielen Orten in Basel soll dort billiger Wohnraum zerstört, sollen langjährige BewohnerInnen vertrieben und die Häuser dem Erdboden gleich gemacht werden. Ersetzt und ausgewechselt, mit einem neuen teuren Haus, mit neuen top verdienenden Menschen. Ach ja, Basel als Wirtschaftsstandort stärken. „Die Stadt will noch attraktiver werden für Unternehmen, gut qualifizierte Arbeitnehmende und Familien“ wird auf der Website beschrieben. Und „ob St. Jakob-Turm mit Blick ins Grüne, Loftwohnung im Gundeli, trendiges Wohnen an der Voltastrasse oder an bester Lage auf dem Bruderholz – Basel hat sein Angebot an attraktivem Wohnraum stark ausgebaut“, es bleibt nur die Frage, wo weniger gut verdienende Menschen einen Platz finden, wenn für die „attraktiven“ Neuwohnungen preiswerte Altbauten rücksichtslos dem Erdboden gleichgemacht werden. Abgesehen von der kontrollierten, kühl kahlen säuberlich geputzen Beton-Glasatmosphäre der neuen Quartiere, ohne Gestaltungsmöglichkeiten. Ist es das, wo Mensch sich wohl fühlt?!

Zurück zur Ziegelstrasse. Es kam ein Brief ins Haus geflattert, haben wir vernommen. Die Schlüssel müssen am kommenden Freitag abgegeben werden, das Gebäude soll dann der Kapo zur Verfügung gestellt werden, „für Trainingszwecke“. So what? Die Leute an der Ziegelstrasse haben beschlossen zu bleiben. Es ist schön zu hören, dass es Menschen gibt, die sich so leicht nicht vertreiben lassen, die sich wehren! Weiter so! Wo führt das denn sonst alles hin… Wir hoffen, dass sich möglichst viele Leute solidarisieren und beginnen ähnliches zu tun!

Der Basler Wagenplatz hat in seiner noch jungen Geschichte mehrmals erfahren müssen, was es heisst, aufgrund diverser übergeordneter Interessen den Verdrängungsmechanismen dieser Stadt ausgesetzt zu sein (siehe www.wagenplatz.ch) und zeigt sich hiermit solidarisch mit den BewohnerInnen der Ziegelstrasse 8. Bezahlbarer Wohnraum und lebendige Nischen müssen erhalten bleiben in unserer Stadt! Wir fordern die Eigentümerin, Frutiger AG, von einer Räumung abzusehen und mit den Bewohnerinnen und Bewohnern eine andere Lösung zu finden.

Wir möchten auf den „Brunch gegen Verdrängung“ hinweisen, den die Leuten von der Ziegelstrasse am Tag der vorgesehenen Schlüsselübergabe organisieren, am Freitag 15. Juni pünktlich um 9:30 Uhr. Man soll Schlüssel mitbringen sowie Zopf, Butter, Honig oder ähnliches, einen Beitrag fürs Buffet.