Gekommen um zu bleiben

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Heute Sonntag 1. Juni 2014 läuft die von der Regierung gesetzte Frist zur Räumung des Hafenplatzes aus.  Wir von der IG Hafenplatz möchten dazu wie folgt Stellung nehmen:

Mit der Reduktion der bisher geduldeten Fläche möchte die Regierung den von uns belebten Platz unter Kontrolle halten. Das Wohnkollektiv wird weiterhin bleiben können, gezwungenermassen in wieder neuer Form, mit wenig Platz, aber doch in einem selbstbestimmten und gemeinschaftlichen Kollektiv.  Die Forderung den Wohnraum auf 2500m2 zu verkleinern wurde somit erfülllt.

Andere, die nicht hier wohnen, sondern den Raum anderweitig beleben und benutzen, sollen vertrieben werden. Viele andere, wie sich in den letzten Tagen einmal mehr eindrücklich gezeigt hat.  Der öffentliche Raum, welcher über ein Jahr lang von einer grossen Anzahl unterschiedlicher Menschen genutzt, gemeinschaftlich aufgebaut und in selbstverwaltetem Betrieb organisiert wurde, soll verschwinden.  Ein Ort, wie ihn sich selbst die neuen Verwalter und Zwischennutzer wünschen, an welchem gemeinsam diskutiert, getanzt, philosophiert und kritisch hinterfragt wird.  Ein kultureller und unkommerzieller Ort, an dem jeder und jede sich einbringen kann, sich und seine Projekte verwirklichen kann, ohne dass ihm/ihr von Regierung oder Regulierung Steine in den Weg gelegt werden kann.

Der öffentliche Raum bleibt. Hafenschaarte und Uferlos werden weiterhin betrieben.

Die Möglichkeit, diesen Ort als Teil einer offiziellen Zwischennutzung, mit all den dazugehörigen Bestimmungen, Bauvorschriften und anderen Einschränkungen, weiter zu betreiben, kommt für uns nicht in Frage.  All das, was hier mit viel Energie und ohne finanzielle Mittel aufgebaut wurde, müsste abgerissen, reguliert und mit hohem finanziellem und zeitlichem Aufwand wieder aufgebaut werden. Die Freiheit und Kreativität, die diesen Ort zu dem gemacht hat, was er jetzt ist, wird dabei verloren gehen.

Während immer mehr Menschen von Gesetzen und Paragrafen, Quadratmeterzahlen und Mietpreisen oder Bewilligungen in ihrem Enthusiasmus ausgebremst werden, wird hier aufgezeigt, dass es dies nicht braucht! Gemeinschaftlich sorgen alle für eine respektvolle und kreative Atmosphäre, keine_r ist zu irgendetwas verpflichtet, keine_r hat eine „Verwaltungsverantwortung“, denn alle übernehmen Verantwortung.

Unsere Forderung ist klar: Wir verlangen nichts anderes als ein Umdenken. Wir fordern den von Baschi Dürr propagierten „Mut zur Freiheit“. Das Bedürfnis nach Freiraum wird sich nicht wegräumen lassen. Es soll, muss und wird Orte geben, an welchen freie, alternative und kreative Ideen und Ansätze verwirklicht werden können.